Paranoia und Depressionen. Das sind ziemlich harte Schlagworte, die in unserer Gesellschaft leider sehr mit Vorurteilen behaftet sind. Und sind wir ganz ehrlich – für mich war es bisher auch so, dass nur psychisch schwache Menschen an so etwas leiden. Ich habe zwar immer gemerkt, dass ich in einigen Situationen komisch reagiere, habe mich aber für einen Krieger gehalten.
Dann kam die Paranoia.

Ich habe Panikattacken bekommen, wenn ich etwas gegessen habe, weil ich fest der Überzeugung war auf irgendwas in den Lebensmitteln allergisch zu reagieren. Damit nicht genug litt ich dann auch noch unter einem gereizten Rachen. Und das über fast ein halbes Jahr hinweg.
Das hat natürlich alles noch schlimmer gemacht.

Als ich nun also – an dieser Stelle noch mal vielen Dank an Laura, die mich dazu gebracht hat endlich zu einer Therapie zu gehen – eine Gegenmaßnahme ergriffen habe war ich zuerst absolut geschockt, als die vorläufige Diagnose fiel:
Paranoia und Züge von Depressionen.

Ich brach sofort in Tränen aus. Nach so einer Nachricht fühlt man sich deutlich kaputter, als man es sonst immer getan hat. Ich wusste, dass ich mich immer von der Außenwelt abgeschottet habe und recht emotionslos auf vieles reagiert habe, aber sowas?
Doch nach dieser Aussage ergaben viele Dinge plötzlich ein wenig mehr Sinn. Die Anzeichen von depressiven Zügen zeigten sich schon vor mehr als zehn Jahren. Und ich dachte ich wäre einfach abgestumpft. Ein wenig verbittert und in mich gekehrt. Scheinbar hatte all das jetzt eine Ursache.

Ich bin noch nicht lange in Therapie

Tatsächlich erst seit circa anderthalb Monaten. Der erste Termin war mir wirklich unangenehm und ich hatte danach ein oder zwei Tage sehr mit mir selbst zu tun, da mir 1000 Dinge durch den Kopf gingen. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Und doch sprechen meine Erfolge für sich.
Ich bin meine Panikattacken aber schon fast losgeworden und habe eine deutlich positivere Sicht auf die Welt bekommen. An dieser Stelle möchte ich Jedem, der unter änhlichen Sympthomen leidet, raten einfach mal einen Arzt aufzusuchen. Denn eine Depression ist nichts, wo man etwas für kann. Es muss einem nicht peinlich sein. Genau genommen ist es eine Stoffwechselerkrankung. Das ist leider Fakt.
Und dennoch ist das Ganze absolut ernst zu nehmen.

Was steht mir nun noch bevor?

Der Besuch bei einem Psychiater. Auch das war für mich harter Tobak. Denn es war im Gespräch, dass Antidepressiva helfen können meine Therapiefortschritte deutlich zu beschleunigen, was jedoch ein Mediziner entscheiden müsse. Und nun warte ich Geduldig auf den Termin, der noch vier Wochen in der Zukunft liegt. Natürlich wird auch davon ein Bericht folgen.