Das Leben schreibt Geschichten. Genau so malt es auch Gemälde und Bilder. Und um eines dieser Bilder geht es in diesem Text. Müsste ich ihm einen Namen geben wäre er wohl, wie dem Titel zu entnehmen ist,

„Rote Impression auf grauem Grund“.

Hinter dem Namen verbirgt sich allerdings etwas das nicht mal halb so schön ist, wie der Titel.
Die „rote Impression“ ist nämlich das Blut einer älteren Frau und der „graue Grund“ der Fußweg.

An dieser Stelle merke ich noch mal etwas an, was denen, die meinen Blog bereits verfolgen inzwischen hoffentlich klar ist. Es geht in diesem Text weder darum Bewunderung für irgend eine Pseudo-Heldentat einzustreichen, noch darum rum zu heulen um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich schreibe diese Zeilen, weil ich diese Situation irgendwie verarbeiten muss und mich ein wenig hilflos fühle.

Vor etwa 20 Minuten kam ich vom Einkaufen aus der Stadt. Zwischen unserem Nettomarkt und der hiesigen Berufsschule, also fast wieder zu Hause, kommt mir eine ältere Frau – ich würde sie so auf Mitte 60 schätzen – entgegen und stolpert. Ich hatte Kopfhörer auf also bleibt es bei dem optischen Eindruck. Was ich allerdings sehen konnte ist, dass sie den Sturz mit ihrem Gesicht abgefangen hat.
Ich habe sofort die Kopfhörer abgesetzt und bin hin um ihr auf zu helfen. Sie war ansprechbar, unterhielt sich mit mir hat aber geblutet. Und das nicht zu knapp.

Ich konnte nicht wirklich mehr machen, als ihr Taschentücher zu reichen, ihr wieder auf die Beine zu helfen und sie zu ihrem Auto zu begleiten während ich ihren Kanister Scheibenreiniger getragen habe.
Sie sagte auf wiederholtes Fragen, dass es ihr gut geht, sie keinen Arzt brauche und sie sich gleich einfach ins Auto setzt und wartet bis sie sich von dem Schock erholt hat.
Ich kann sie ja nicht dazu zwischen Hilfe anzunehmen also habe ich sie bis zum Auto gebracht, gewartet bis sie saß, vergewisserte mich noch mal nach dem Befinden und bin dann gegangen. Was hätte ich als Ersthelfer sonst auch tun sollen?

Und nun sitze ich hier am PC, mir ist übel, ich habe Tränen in den Augen und fühle mich irgendwie selbst absolut hilflos obwohl ich das gemacht habe, was in meiner Macht stand ohne die Dame zu irgendwas zu zwingen.
Manchmal mal das Leben dir Gemälde und dir bleibt nichts anders übrig, als das Geschenk anzunehmen und zu hoffen, dass du es dir nicht ins Wohnzimmer hängen musst.
Ich werde die „rote Impression auf grauem Grund“ auf jeden Fall auf den Dachboden packen und hoffen, dass keiner nach diesem Bild fragt.