Die Worte Panik und Angst werden heutzutage verwendet, ohne dass vielen bewusst ist, was das eigentlich ist.
Ein unwohles Gefühl wird oft als Angst beschrieben, was prinzipiell ja auch gar nicht verkehrt ist. Aber unmengen an Menschen haben noch nie richtige Angst verpührt.
Natürlich gibt es, wie immer, deutlich schlimmere Fälle als mich und trotzdem nehme ich mir das Recht heraus zu wissen, was Panik ist.

Das grausame Gefühl sterben zu müssen, egal was man tut

Der absurde Gedanke, dass das eigene Leben endet und man tatenlos zusehen muss. Viel schlimmer noch – man muss es miterleben!
Ich habe den Begriff Paranoia oft mit Phobie gleichgesetzt. Das ist allerdings nicht ganz richtig. Oder doch? Egal! Für mich ist da ein klarer Unterschied. Denn eine Phobie ist die Angst vor etwas bestimmten. Mäuse, Ratten, Spinnen und so weiter.
Paranoia ist für mich inzwischen die bloße Angst ohne klar erkennbaren Auslöser.

Natürlich habe ich gesagt, dass es bei mir durch Lebensmittel war. So war es in den meisten Fällen. Aber es reichten schon Schmerzen in der Schulter. Denn in meinem Kopf entstand sofort die Assotiation, dass es sich um eine Krankheit handeln muss. Ich bin also nur, weil ich stechenden Schmerz in der Schulter hatte ins Krankenhaus gefahren. Denn durch die Panik kamen noch Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Beklemmungen in der Brust und innere Unruhe dazu. Für mich war es der perfekte Herzinfarkt. Tatsächlich war es gar nichts und seitdem mir die Ärzte sagten, dass bei mir kardiologisch alles in bester Ordnung ist kann ich wenigstens diesen Auslöser ausblenden ohne gleich durchzudrehen.

Aber genau das ist der erste Verlust bei einer Panikattacke. Das logische Denken. Du weißt, dass du nichts hast. Du weißt, dass überhaupt nichts los ist. Aber die Angst siegt.

Ich betrachte mich eigentlich als eine starke Person

Wenn es wichtig war hatte ich immer die Eier in der Hose um das zu tun, was getan werden musste. Und in diesen Situationen war ich nichts. Nur hilflos. Ein Häufchen Elend, dass jeden Moment sterben würde. Ich konnte mir vor Augen rufen, dass alles gut ist, sooft ich wollte. Und trotzdem hat das nichts geändert. Ich saß da, weinte und bangte um mein Leben, während ich bei jedem Atemzug mehr der Überzeugung war, dass mit mir was nicht stimmt. Das etwas in mir – in meinem Falle scheinbar Herz und Lunge – demnächst den Geist aufgebenwürden.

Es gibt Menschen, die so etwas schon ein oder zwei mal in ihrem Leben durchmachen mussten. Bei mir waren es ein bis zwei mal am Tag. Nicht jedes mal so schlimm, wie eben beschrieben aber trotzdem ist es nicht lustig. Auch die kleinste Panikattacke ist eine unerträgliche Qual.
Und es leidet nicht nur die eigene Psyche an so etwas. In meinen Augen trägt auch dieser Zustand einen großen Teil dazu bei, dass eine Beziehung gescheitert ist. Natürlich kommen die depressiven Züge noch hinzu, doch die Paranoia war eine große Belastung für uns beide.