Es gibt auf der Welt nichts, was mir wichtiger ist als wahre Freunde. Und dies ist eines der Abenteuer, auf dem mich meine begleitet haben.
Manchmal ist man kaputt und man braucht Urlaub und genau dafür war es mal wieder an der Zeit. Ich, als „Sch-b-reu-ni-wu“

(Schwuler bester Freund, der nicht schwul ist), frage natürlich das weibliche Äquivalent dieses freundschaftlichen Gebindes, wie es zeitlich für einen spontanen Trip aussieht.

Die gesamte Planung verlief recht kurzfristig und so machten wir uns auf den Weg nach Rügen um dort eine Freundin von mir – und eine Bekannte von Annika, nachdem man sich im letzten Jahr einen Abend begegnete – zu besuchen. Da meine Großeltern so nett waren eines ihrer Autos zu opfern und es meiner Obhut zu übergeben haben wir uns also auf die weite Reise gemacht. 300 km in Richtung Nord-Osten, etwa drei Stunden fahrt und diverse sinnfreie Gespräche später waren wir also da. Es war Dienstagabend.

Ankunft bei Martin

Martin kannte uns bis Dato gar nicht. Um so cooler, dass er uns Obdach gewährte. Das beste daran war eigentlich die Aussage: „Naja, Judith hat gesagt da kommen zwei Freunde aus Hamburg, die sind voll in Ordnung. Da habe ich einfach ja gesagt.“
Und, obwohl man sich nicht kannte, kam man sofort miteinander aus. Und um ehrlich zu sein war der Dienstagabend wohl der Lustigste, den ich in den letzten Jahren hatte. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel gelacht habe. An dieser Stelle einmal ein Gebet für alle Kalorien der leckeren Pizza, die dem heiteren Gelächter zum Opfer fielen. 🙁

Mittwoch – oder auch „Der Tag der Wanderschaft“

Es ist Urlaub! Viele Menschen tun in dieser Zeit einfach nichts. Und wir Idioten haben nichts besseres zu tun als den ganzen Tag durch die Pampa zu rennen. Es hat natürlich zum unterstreichen der Dramatik auch noch die ganze Zeit geregnet. Bei gutem Wetter kann das jeder!
Der erste Gang führte uns zu dem alten Jagdschloß Granitz bei Binz.

Das ist genau das Richtige für jemanden wie mich, der sich bei Höhen nicht wohl fühlt. Denn nur ein Schloß zu bauen entspricht scheinbar nicht dem Niveau der Rüganer und deshalb wird das verdammte Ding auch noch auf einen Berg gestellt. Aber immerhin haben wir den Turm besiegt, der ohnehin nur etwa 38 Meter hoch ist, um die Aussicht zu genießen.

Der Blick hinauf in Richtung des Turms des Jagdschlosses.
Der wunderschöne Autor dieses Blogs auf dem Turm.

Danach ging es an den Strand. 4 Stunden Spaziergang im Regen. Dieser hatte auf Judith und mich fast eine meditative Wirkung. Wir lieben Regen. <3
Annika versteckte sich dekorativ unter einem Regenschirm trotzte aber tapfer den Naturgewalten in Form von Nieselregen, Wind, Steinen und Alkohol aus optisch sehr hübsch anzusehenden Getränkedosen. Schön ist es, wie die Menschen einen anschauen, wenn man in einem Touristengebiet gegen frühen Nachmittag mit einer Dose Holsten in der Hand, ganz in schwarz gekleidet in Richtung Strand unterwegs ist. Für die einen asozial, für die anderen der wahrscheinlich chilligste Urlaub der Welt.

Beer on the Beach

Der Abend war dann deutlich entspannter. Wieder bei Martin angekommen wurde für die vier Protagonisten dieser Urlaubsgeschichte Essen bestellt. Dabei liefen entspannte Filme, es floss Alkohol und man hatte Spaß. Widerlich… da haben wir schon wieder gelacht. Keine Ahnung, wie uns das passieren konnte!

Donnerstag – Abreise

Ein kurzer Urlaub braucht ein interessantes Ende. Zwar lässt sich der Mittwoch schwer toppen aber wir versuchen das ganze einfach mal:

Was sollte man bloß tun? Direkt morgens zurück? Gibt es noch etwas das wir uns unbedingt ansehen wollen?
Die Idee! Wir können mit dem Longboard eine kleine Tour fahren, nachdem das Wetter zum ersten Mal beschlossen hat und mit ein wenig Sonne zu segnen, seitdem wir auf der Insel sind.
Gesagt, getan. Da Annika erst mit dem skaten anfängt, fiel der Ausflug mit knappen sechs Kilometern recht kurz aus aber es wurden deutliche Erfolge gefeiert! Von „kurz anrollen und sich unsicher fühlen“ zu “ 2 Kilometer am Stück fahren“ ist ein ziemlich großer Schritt!

Danach ging es dann „nach Hause“. Aber es wäre ja langweilig, wenn unsere epische Geschichte hier endet. Ich wollte noch bei uns im Betrieb vorbeifahren, da ein Kollege dort ein Paket für mich angenommen hat. Neue Achsen für mein Longboard.
Dort zwei Minuten vor Ladenschluss angekommen haben wir beschlossen, dass wir noch einen Freund und Kollegen nach Hause fahren. Und, wenn man schon mal da ist kann man im hauseigenen Studio auch gleich noch an einem neuen Song basteln. Der Text bestand ja bis zu einem gewissen Punkt schon also kann man ja gleich die erste Strophe aufnehmen. So wurde dann aus „Ja, so ne Stunde hätte ich wohl Zeit“ eher ein „Okay, ich muss euch jetzt rauswerfen, weil ich derbe müde bin und noch Unikram machen muss“. Es war ja auch schon halb elf und die Stunde zum Musik machen artete eher in drei bis dreieinhalb Stunden aus.
Also wurde Annika nach Hause gefahren und dann ging es direkt ins Bett.

An dieser Stelle nicht vergessen mal bei unserem kleinen Label vorbei zu schauen! Hier geht es zur Fuxkuhle  und hier zur entsprechenden Seite auf Facebook!

Eigentlich nur drei Tage, die für viele kein Urlaub wären. Aber vieles gesehen, vieles erlebt und vor allem aber die Zeit mit wundervollen Menschen verbracht!
Danke für die wundervollen Minuten und Stunden, die ich an eurer Seite Spaß haben durfte! <3