Die Welt ist unterteilt in ein paar Kategorien von Menschen: Paare, Singles, die, die für immer allein bleiben werden und die, die das von sich behaupten würden obwohl das gar nicht so ist.
Und ein Ort, wo tatsächlich alle dieser Typen aufeinandertreffen sind Dating-Apps. Ich möchte mal von meinen Erfahrungen mit Lovoo und Tinder berichten um denen, die es nicht kennen, mal zu zeigen, wie es da so zugeht. Und auch um denen, die dort sind zu zeigen, wie andere diese App und auch die Profile vielleicht wahrnehmen.

Ich beginne einfach mal mit Lovoo.

Lovoo ist eine weitestgehend kostenlose App für Android und Apple. Außerdem kann man auch vom PC darauf zugreifen.
Aber wie sieht so eine App eigentlich aus?
Man meldet sich an und erstellt ein Profil mit Fotos und Beschreibung von sich selbst.
Dann bekommt man die Option zu wischen. Und damit meine ich den Bildschirm und nicht den Boden. 😉
Man bekommt also dann als eine Art Spiel verschiedene Profile angezeigt. Genauer gesagt eigentlich erstmal nur das ausgewählte Profilbild. Nun soll man mit einem Wisch nach links oder rechts entscheiden ob einem diese Person gefällt oder nicht.

Wenn man gern möchte kann man auch auf das Bild klicken und noch ein paar mehr Details ansehen, wie zum Beispiel das erstellte Profil mit Angaben zur Wohnsituation oder Angewohnheiten wie dem Rauchen.
Und jetzt wird sortiert. Man wischt sich also über ein paar Minuten durch einen Berg aus Fotos und sortiert die Damenwelt in zwei Lager. „Mag ich“ und „Mag ich nicht“.
So weit der offizielle Part.

Was genau geht bei sowas in einem vor?

Ich bin nun nicht das erste Mal auf Lovoo. Beim ersten anmelden im Jahr 2016 war es eigentlich mehr auf dem Mist von Freunden gewachsen. Das schöne war, dass ich über diese App auch Laura kennenlernte, die mein Leben seither bereichert – auch wenn wir nicht mehr zusammen sind.
Heute ist es eher so, dass ich diese App gelegentlich öffne und mal durchsortiere. Dabei hat man unweigerlich die eigene Statistik im Blick. Wie viele Menschen waren auf meinem Profil? Wie viele dieser Menschen haben mir einen „Like“ da gelassen?

Meine Statistik – 361 Menschen waren auf meinem Profil. 58 davon haben angegeben, dass sie mich attraktiv finden. Geschrieben habe ich davon mit vier!
Denn das, was für die einen eine wirkliche Hoffnung auf eine Beziehung darstellt ist für andere eine tolle Quelle der Selbstbestätigung. Je mehr Likes, desto besser fühle ich mich. Und ich werde dabei eher traurig. Zumindest manchmal. Denn es führt einem ein wenig vor Augen,wie viele Singles es eigentlich gibt. Und dann sitze ich alleine hier. Ich komme gut mit mir selbst zurecht, versteht das nicht falsch! Sonst geht es mir auch nicht so. Das ist eher ein Gedanke, den diese Apps bei mir hervorrufen.

Sollte man dann mal mit einer der Damen schreiben stellt man bei den meisten dann auch noch fest, dass diese etwa so interessant sind, wie ein nasses Handtuch. Ich bin begeistert…

Und was ist mit Tinder?

Tinder ist vom Prinzip her das gleiche Spiel, nur mit ein paar Einschränkungen. Du siehst weniger. Es wird nicht angezeigt, wie viele Menschen auf deinem Profil waren. Du siehst nicht, wie viele Menschen dich attraktiv finden. Das einzige, was du sehen kannst ist, wenn du ein Match hast. Wenn du also eine Person mit einem „Like“ markiert hast, die das gleiche bei dir getan hat.
Und auch nur dann kann man mit den Personen schreiben. Und emotional? Genau das Gleiche. Ein merkwürdiger Mix aus Bestätigung, Einsamkeit und der Überraschung darüber, wie sich viele Menschen im Internet präsentieren.

Mein Fazit:

Ich bin im Endeffekt kein Fan von beiden Apps. Genau genommen sind diese Dating-Apps nichts anderes als ein moderner Fleischmarkt. Es geht nur ums Äußere, man wischt sich durch hunderte Singles ohne mit einem Menschen auch nur zu reden/schreiben. Menschen, die nur nach Sex suchen verbauen denen, die ehrliche Absichten haben oft die Chancen, da auf Nachrichten aus Prinzip nicht mehr reagiert wird.
Ich wage nicht zu bezweifeln, dass so mancher hier sein Glück finden wird aber ich bin raus. Die Apps sind nach einem halben Jahr der Nutzung wieder von meinem Handy geflogen. Was soll ich denn damit? Wenn mir danach ist kann ich auch so mit Menschen sprechen. Draußen. An der frischen Luft. Fast so wie damals. 😉