Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen. Das eine ist größer, das andere kleiner. Manche sind offensichtlich und manche schlummern im verborgenen, nur sichtbar für den, der diese Last mit sich herumschleppt. Und bei mir? Das hängt ganz von der Situation ab.

Ich bin nun seit vier Monaten in therapeutischer Behandlung. Meine Panikattacken habe ich inzwischen recht gut unter Kontrolle und lasse diese unbegründete Angst kaum noch an mich heran. Und doch gibt es immer wieder Situationen, wo das ganze ein wenig unangenehm werden kann. Und zwar immer dann, wenn man neue Leute kennenlernt. Denn man weiß nie, wie viel Verständnis sie für diese Situation aufbringen können. Und vor allem: Wie erklärt man so etwas am besten?

Es gab zum Beispiel eine Situation im RamRob, wo ich gefragt wurde ob ich eine Frucht probieren will. Es gab Zeiten, wo es mich überhaupt nicht interessiert hat. Und nun habe ich dieses Angebot abgelehnt, da ich nicht wusste, wie meine Psyche auf dieses kleine Ding reagieren würde. Im besten Fall passiert gar nichts. Es hätte auch sein können, dass leichte Panik aufkommt und ich diese abgewandt kriege. Und im schlimmsten Fall? Naja, wäre es zu dem schlimmsten Fall kommen, dann wäre ich durchgedreht. Das ist mir lange nicht mehr passiert.

Um ganz ehrlich zu sein hatte ich in den letzten sechs Wochen nur eine Situation, die ich als aufsteigende Panik definieren würde. An diesem Tag war ich müde, gestresst und generell anfällig für alles, was meine geistige Gesundheit betrifft. Und ich ärgere mich noch immer darüber, dass es fast anderthalb Stunden gedauert hat, bis ich mich wieder auf ein normales Level beruhigt habe.

Und seitdem ist die seltsame Angst wieder da, dass es wieder öfter passieren könnte. Ein kleiner Einschnitt in die Vernunft. Du weißt, dass du überreagierst. Du bist dir absolut im Klaren darüber, dass dir nichts passieren wird. Und eine kleine Stimme in dir erklärt dir dabei detailliert, wie du zu Grunde gehen wirst, weil du ein dämliches Lebensmittel nicht überleben wirst.
Ist das Ganze überstanden hasst du dich ein wenig selbst dafür, dass du so reagiert hast. Ein anderer Teil ist einfach froh es überstanden zu haben. Ein Teil wiederum ist stolz, dass du nicht völlig durchgedreht bist.

Und im Endeffekt weißt du nicht, was du davon halten sollst, da du mit so vielen Eindrücken, Gefühlen und vor allem Gedanken allein da sitzt. Natürlich sinnbildlich gesprochen. Denn auch, wenn du in einer Gruppe von Menschen bist, kann dir niemand helfen.
Das ist mein Päckchen. Eines, dass niemand sieht. Aber eines, dass ich nicht einmal kurz zur Seite stellen kann. Eines, dass sich nicht ausblenden lässt.

Willkommen in einem dunklen Winkel meiner Welt.