Jeder Beruf hat seine Vor- und seine Nachteile. Und nun will ich gerne mal auf einen der Nachteile an meinem Beruf eingehen. Es ist Sonntag. Der Tag, an dem Gott, sich ausgeruht hat. Scheinbar bin ich was besseres, da ich heute gearbeitet habe. Verdammte Axt!

Ich will ehrlich sein: Ich kann den wirtschaftlichen Aspekt verstehen. Klar tut ein verkaufsoffener Tag der Staatskasse gut. Aber ich habe mal Gerüchte gehört, dass es auch für uns Deutsche noch Dinge neben der Arbeit gibt, die von Relevanz sind. Und dann steht man auf einem Sonntag in einem dämlichen Baumarkt und muss ich doch wundern, dass Kunden für 45 Minuten in einer riesigen Schlange an der Kasse stehen um ihr Paket Schrauben zu bezahlen, bei dem sie am diesem Tag ganze 20 Cent sparen.
Ist das euer verdammter Ernst?

Klar, es ist zur Belustigung der Massen. Und meinen Beruf habe ich mir selbst ausgesucht. Dennoch regt es mich jedes Mal wieder auf. Vor allem, weil die Unfreundlichkeit eines Kundens proportional zu seinem Rabatt steigt, den er an der Kasse bekommt.
Mit anderen Worten: sonntags könnte ich diversen Menschen auf die Schnauze hauen, weil sie es nicht anders verdient hätten.

Und dann kommen da noch diese Menschen hinzu, die in den entsprechenden Ausschüssen sitzen, dann auf deinem Sonntag zu uns in den Markt kommen und grinsen erzählen: „Wissen sie eigentlich wem sie es zu verdanken haben, dass sie gerade hier sind? Ich war beteiligt daran zu beschließen, wann die verkaufsoffenen Sonntage sind.“
Und bei sowas soll man ruhig bleiben?

Ich bin ja für gleiches Recht für alle. Wie sieht es aus mit Ämtern, die auf einem Sonntag auf haben, damit Menschen, die die ganze Woche hart arbeiten ihre Behördengänge erledigen können?
Freie Wochenenden für das gesamte Gastronomiegewerbe?

Wie bereits erwähnt: Ich habe es mir selbst ausgesucht. Und trotzdem ist das eines der Dinge, die mich jedes mal wieder ärgern…