Gestern war ein ziemlich vollgepackter Tag. Erst fast elf Stunden in der Firma, dann nach Hause und quasi direkt los zum Essen mit der Familie und danach noch ins RamRob, da Jenny und Tim nun erstmal Urlaub haben. Man muss ja Tschüss sagen. Und nun wache ich am Sonntag auf und es packt mich mein typischer Sunday Blues.

Ohne Witz – ich war fest der Überzeugung jemand würde neben mir liegen als ich heute nach deutlich zu wenig Schlaf aufgewacht bin. Ich war der Meinung irgendwas gehört zu haben und es war ein kurzer Moment von „gemütlicher Zweisamkeit“. Dann schoss es mir durch den Kopf: „Was zur Hölle? Bist du doof?“
Wasserflaschen waren eh nie gesellig genug, um für entspannte Zweisamkeit zu sorgen. Mehr lag neben mir nämlich nicht.

Und das soll jetzt gerade kein Post werden der in Richtung „Oh mein Gott, bin ich einsam“ eskaliert. Ich muss nur ein wenig schreiben um meine Laune zu verbessern und dafür fasse ich mal wieder das in Worte, was mir durch den Kopf geht.
Die einen kennen es und andere betrifft es gar nicht aber bei mir passiert im Kopf sonntags in der Regel folgendes:

Da das Grundkonzept „Familie“ bei mir aktuell kein wirklich tolles Thema ist sitze ich nicht, wie so mancher, mit besagter Familie zusammen und bin am frühstücken oder in eine nette Unterhaltung vertieft, sondern sitze am PC. Es ist zehn Uhr. Ich bin nun seit etwa zweieinhalb Stunden wach, bin aber erst gegen drei ins Bett gekommen. Mir brummt ein wenig der Schädel und in mir macht sich ein widerliches Gefühl von Einsamkeit breit. Keine erdrückende Einsamkeit. Nur eine leichte Abneigung gegen das Alleinsein.

Gestern war ich nicht allein. Ich war zwar später -so gegen halb eins in der Nacht- allein im RamRob, habe da aber zwei junge Frauen kennengelernt. Betrunkene sind eben kommunikativ. Entertainment nennt man so etwas. Die eine, 22, berichtete betrunken über Drama mit ihrem Freund. Dinge, die mich schon immer interessiert haben.
Die andere, 21, hat sich gerade ihr Kinn aufspritzen lassen, da sie damit nicht zufrieden war.

Wie gerate ich an solche Menschen? Gut, wenn man ohne jegliche Erwartung mit Menschen in Kontakt tritt. Man wird nicht so von belanglosen Dingen, wie gestern, enttäuscht und manchmal trifft man durch Zufall Menschen, die was ganz besonderes sind.
Ich war gestern jedoch ganz froh, dass einen die Schuhe durch die kalte Nacht heimwärts tragen.
In meine vier Wände, meine Zuflucht und zu meinem Bett.

Ich wollte eigentlich laufen gehen aber mit dem leichten Kater, den ich sonst nie habe – wenn jemand also einen braucht: ich habe da einen abzugeben! – komme ich vor mittag eh nicht hoch.
Dann graut es mir ein wenig vor der Wahl. Es wird wieder zu viele Menschen geben, die den kurzen Weg zur Wahlurne nicht schaffen und ihr Recht lieber verschenken. Und dann gibt es diese, die ihre Stimme einer Partei geben, die mir ein absoluter Dorn im Auge ist.

Und während ich als friedliebender Mensch, der nichts anderes möchte, als dass alle Menschen toll miteinander auskommen, mir nun den Kopf über Wahlergebnisse der AfD zerbreche klingt aus meinen Lautsprechern ruhige Pianomusik.

Welcome back, my sunday blues…